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Projekt no-poo Teil 1 Bürsten

Auch ich war immer der Meinung das "normales" Haare bürsten und entfitzen reicht. Dann hieß es, Wildschweinbürsten sind so mega gut für fettige Haare. Also eine angeschafft. Was war? Alles wie vorher. Also Wildsau wieder weg und Tangle Teezer her.

 

Ja kann man so machen, muss man aber nicht. Denn "normal" Bürsten reicht nicht. Ich habe gelernt, dass man mit viel Bürsten a) die Haare von Staub und Co reinigt (!!!), b) die Durchblutung der Kopfhaut anregt (uii Haarwachstum) c) natürlich abgestorbene Haare entfernt und d) das Sebum im Haar verteilt (klingt jetzt ekelhaft, ich erkläre es gleich). Man könnte auch über dieses eigentlich einfache Thema "Haare kämmen" stundenlang diskutieren und eine große Wissenschaft daraus machen. Ich möchte nur kurz (na ja ich versuche es) einige Punkte bzw. Anregungen anführen.

 

Beginnen wir mit Punkt a) Reinigungseffekt

Ich habe derzeit knapp schulterlange Haare. Und sah bürsten als notwendiges Übel an. Also zum Entwirren und frisieren. Man kann diese Reinigung durch langes bürsten toll mit dem Striegeln vom Pferd erklären. ;-) Klingt logisch. Das Pferd wird gebürstet, um Staub und Co aus dem Fell zu entfernen. Klappt beim Pferd toll. Beim Mensch auch. Und es bringt richtig viel. Wer Allergien hat kennt das nachts. Ihr schnieft besonders in der Heuschnupfenzeit. Viele waschen abends die Haare. Mal überlegt diese ausgiebig zu bürsten statt zu waschen? Es hat den gleichen Effekt. Und bringt zudem weitere Vorteile.

 

Punkt b) Durchblutung

Ihr geht zum Friseur, bekommt dort die Haare gewaschen und genießt die Kopfmassage. Ein paar Minuten Entspannung. Der eigentliche Zweck ist es aber die Durchblutung anzuregen. Achtung ich bin kein Wissenschaftler, Heilpraktiker, Arzt oder dergleichen. Diese Fakten beruhen auf Recherche. Durch bürsten erreicht ihr jedenfalls eine bessere Durchblutung und somit auch Haarwachstum. Bei mir hilft bürsten übrigens auch toll bei Schuppen. Bzw. gegen Schuppen. Die Kopfhaut wird an den Stellen angeregt. Ich hatte eine Stelle direkt am Haaransatz. Seit ich ausgiebig bürste habe ich dort keine Probleme mehr. Weder mit Schuppen noch mit Juckreiz. Ich habe aber zusätzlich auf Sulfat frei umgestellt. Auf Sodium Laureth Sulfat habe ich stark mit Schuppen und teilweise offenen Stellen reagiert.

 

Punkt c) Haare entfernen

Mit bürsten entfernt man natürlich die abgestorbenen Haare. Es liegen dadurch weniger Haare im Bad und Co herum. Zudem können diese alten Haare auf der Kopfhaut krabbeln. Dies vermeidet man natürlich. Mir persönlich geht es auch um die herumliegenden Haare. Durch die relativ dunklen Haare empfinde ich es als störend. Da habe ich lieber alle in der Bürste bzw. Waschbecken liegen und kann diese so einfach entfernen. Und ja meine Kopfhaut krabbelt seither weniger.

 

Punkt d) Sebum verteilen

Kurz erklärt, Sebum ist das "Fett/Öl" welches die Kopfhaut bildet um die Haare und sich zu schützen. Bei mir ist es so, dass ich eine Überproduktion habe. Je mehr ich mit Shampoos und Co entfettet habe, umso schlimmer wurde es. So war ich (bzw. bin es derzeit noch) täglich am Haare waschen. Einzig in der Schwangerschaft konnte ich Tage ohne waschen auskommen. Es war nicht schön, aber mal toll nicht jeden Tag zu waschen. Mit einer Wildschweinbürste, kann man das Sebum von der Kopfhaut bzw. Haaransatz bis in die Spitzen verteilen. Bei langen Haaren kann man so das Aussehen der Haare stark verbessern und waschen ggf. einen oder mehrere Tage hinauszögern. Der Vorteil auch hier, die Spitzen erhalten Pflege. Wenn diese jedoch sehr geschädigt sind, muss man zusätzlich etwas tun. Wenn kaputt, dann kaputt. Aber man kann so trockenen Spitzen vorbeugen. Bei meiner Haarlänge klappt dies noch nicht so gut. Aber ich merkte schon einen Unterschied. Mit etwas Hilfe hätte ich den 2. Tag ohne Wäsche geschafft. Allerdings stand ein wichtiger Termin an und mir war da ein Experiment zu riskant. Nur Wildschweinborsten können dieses Sebum optimal im Haar verteilen. Eine herkömmliche Bürste oder Kamm kann dies nicht in diesem Umfang. Es handelt sich um ein Naturprodukt. Es gibt vegane Alternativen. Hier fehlt mir allerdings die Erfahrung. Und ich hatte auch noch keine in der Hand. Deswegen kann ich hierzu nicht viel sagen. Bei gelegenheit werde ich diese aber sehr gerne testen. Da ich immer gerne eine "Nicht-Tierische-Alernative" habe.

 

Zu den Bürsten:

Herzlichen Glückwunsch das du bis hierher durchgehalten hast! ;-) Was meine Bürsten betrifft, so hatte ich früher welche von Steffis Hexenküche. Es waren tolle und hochwertige mit Wildschweinborsten. Allerdings war ich zu unerfahren. Nun habe ich eine von Rossmann und ganz neu eine größere von Ebelin. Ich persönlich mag die von Rossmann zum Entwirren. Und für das ausgiebige "striegeln" die von Ebelin. In einigen Foren würde ich mich mit diesen unbeliebt machen, da sie ein Kissen haben, in welchem die Borsten stecken. Kurz gesagt die Bürste gibt nach. Ich persönlich mag die Ebelin Bürste so wie sie ist. Von der Härte der Borsten, der Größe und wie sie in der Hand liegt. Sie kam 6,95 Euro und ist komplett aus Wildschweinborsten gemacht. Die andere von Rossmann ist auch gut. Allerdings hat diese noch künstliche Borsten und ist schmaler. Daher verwende ich diese gerne für Zwischendurch und eben zum entwirren. Was die Bürsten betrifft, so muss man hier wirklich schauen was man mag. Die Wildsäue fangen da bei etwa 6 Euro an und können auch schon mal im dreistelligen Bereich enden. Ich werde beim nächsten Mittelalterfest mal nach einer Alternative schauen. Beziehungsweise habe ich eine bei Steffi im Blick. Diese kostet So mag ich die Ebelin wie gesagt sehr. Und ich konnte auch noch keine Nachteile feststellen. Gute Bürsten findet ihr zum Beispiel auch bei Kostkamm. Inzwischen hat mir meine Große die Rossmann Bürste gemopst. Sie kommt super damit klar.

 

links die von dm (6,95 Euro), rechts die aus dem Rossmann (Glanzhaarbürste um die 6 Euro)

 

Mein persönliches Fazit:

Es sind wie gesagt persönliche Erfahrungen. Und ich bin in diesem Gebiet kein Fachmann.  Probiert es aus. Ich teste dies gerade bei mir. Auch meine Tochter macht gerade begeistert mit. Und sie kam auf folgenden Gedanken: denkt mal an das Märchen Rapunzel zurück. ;-) Wie würde das aussehen, wenn sie täglich Haare waschen würde? Hihi. Ich stelle mir das mehr als kompliziert vor. Also bürstete sie jeden Tag ausgiebig ihr Haar. Probiert es doch mal aus. Die Haare müssen ja nicht so lang werden wie bei ihr.

 

Ein kurzes Update nach einem knappen Monat:

Ich habe bereits die 4. Bürste gekauft. Warum? Die von dm kam nicht bis auf die Kopfhaut, die von Rossmann hat meine Tochter, eine andere von Steffis Hexenküche hatte einen Produktionsfehler und stank bei Kontakt mit Wasser und nun habe ich eine von KostKamm gekauft. Diese kostete dann gleich mal 60 Euro. allerdings lies ich mich dazu auch beraten und habe ggf. einen Ansprechpartner vor Ort. Ich hätte nie gedacht einmal so viel Geld für eine Bürste auszugeben. Und man merkt mal wieder: billig lohnt sich nicht. Nicht das die Bürsten nicht auch gut sein können. Aber mir haben diese nix gebracht. Die von dm liegt nun im Büro für zwischendurch.

Zur Technik habe ich auch einiges gelernt und verändert. Ich bürste abends durch, aber nicht ausdauernd. Dafür bürste ich morgens über Kopf lange (mindestens 100 Bürstenstriche) um die Salze und Co aus dem Haar zu bekommen. Diese setzen meiner Kopfhaut zu sehr zu und ich bekomme dadurch Haarausfall. Gleichzeitig rege ich mit dieser Technik die Lymphe an. Ob es etwas bringt wird die Zeit zeigen. An meinen ehemals Geheimratsecken wachsen jedenfalls wieder Haare. Juhu! Aber ob dies vom Bürsten oder der gesamten Mischung kommt, kann ich nicht sagen. Aber auch hier: das Ergebnis zählt!

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